Gleich drei Militärsatelliten will Österreich ins All schicken und damit den Weg für neue Technologie ebnen.

Drei Satelliten für Österreich

Der erste rein österreichische Militärsatellit, der als Demonstrator ins All starten soll, ist Beaconsat (mehr dazu hier). Er wurde unter der Führung des Start-ups Gate Space entwickelt, das Antriebe für Satelliten baut (mehr dazu auf LinkedIn). Der Satellit ist Teil der österreichischen Weltraum-Militär-Strategie 2035+ (mehr dazu hier).

Der Satellit wird GNSS-Störsignale (z.B. GPS) erstmals systematisch aus dem Orbit erfassen und analysieren, heißt es in einer Mitteilung. Beaconsat soll dabei Informationen darüber sammeln, wann und wo Navigationssysteme gezielt beeinträchtigt werden. Die Mission ist als mehrjähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt angelegt, also als ein Demonstrator, aus dem anschließend eine Satellitenreihe entstehen soll.

Gate-Space-CEO Moritz Novak (li.) zeigt Peter Hanke (Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, re.) ein Modell von Beaconsat (Credit: Gate Space)

Neben Beaconsat stehen auch Leo2VLeo und Aurora in den Startlöchern. Leo2VLeo (Leo-to-very-Low-Leo) ist eine Aufklärungssatellit, der zusammen mit den Niederlanden und der European Defence Agency gebaut wird (mehr dazu hier). Der enorme Vorteil des CubeSats ist es, dass er von 500 km auf 250 km Höhe absinken kann, um so die Auflösung von Fotos zu verbessern. Anschließend steigt er wieder auf – ein absolutes Novum. Beteiligt sind die österreichischen Firmen ASA und Beyond Gravity Austria, sowie die TU Graz und die Joanneum Research Forschungsgesellschaft.

Rendering von Leo2VLeo (Credit: EDA)

Aurora soll Laserkommunikation und Quantenverschlüsselung für abhörsichere Kommunikation aus dem All testen. Statt die störanfälligen und überlasteten Funknetze zu verwenden, wird auf optische Datenübertragung gesetzt (mehr dazu hier). Die Projektleitung hat das Start-up R-Space.

Rendering des Laser-Kommunikationssatelliten Aurora (Credit: R-Space)

GPS-Jamming und Spoofing

Nicht nur in Kriegsgebieten werden verstärkt Funksignale von Satelliten gestört. In Europa ist vor allem die Ostsee von GPS-Jamming und Spoofing betroffen. Jamming heißt dabei, ein Signal wird blockiert und fällt aus – das kann etwa für den Flugverkehr verheerende Folgen haben, wenn die Positionierung nicht mehr stimmt. Um etwa Schiffe auf dem Meer zu verstecken, gibt es „Spoofing“, wobei das Signal nicht blockiert wird, sondern verschoben. So sieht es aus der Ferne aus, als würde es sich an einem anderen Ort befinden.

Inzwischen können sogar schon Satelliten Funksignale stören, bisher geschah das meist vom Boden aus. Das erfordert aber eine gewisse Nähe zum Einsatzort, z.B. an der Ostsee die russische Enklave Kaliningrad. Ob die russischen Satelliten europäische Navigationssignale bewusst oder zufällig stören, ist derzeit unklar – es gilt aber als gesichert, dass sie das tun (mehr zu Russlands GPS-Jamming auf futurezone.at lesen).

Nancy Grace Roman Space Teleskop

Das Roman-Weltraumteleskop der NASA nutzt Bauteile des National Reconnaissance Office, dem US-Militärnachrichtendienst, der für Satellitenüberwachung zuständig ist. Diese wurden nicht mehr benötigt und 2012 der NASA überlassen (Artikel dazu in der New York Times).

Podcast Folge 31

Die gesamte Folge zu Österreichs Militärsatelliten gibt es überall, wo es Podcasts gibt, und auf YouTube.