Im Podcast sprechen wir mit Matthias Mäke-Kail darüber, wie die Mond-Pläne der NASA Pech und Chance für Europa werden können, wie realistisch Datencenter im All sind und wie Europa sich behaupten kann.

Matthias Mäke-Kail arbeitet für die österreichische Firma TTTech, deren ausfallsicherer Kommunikationsnetzwerke regelmäßig bei Missionen der NASA und ESA zum Einsatz kommen. So etwa auch das „Gehirn“ des European Service Moduls für das Artemis-Raumschiff Orion. Es sorgt dafür, dass alle Systeme, z.B. für die Versorgung der Astronaut:innen, zusammen funktionieren.

Lunar Gateway

Die Raumstation Lunar Gateway sollte von NASA, ESA, JAXA und CSA gebaut werden. Doch die NASA zeigte in den letzten Jahren zunehmende Unsicherheit darüber, ob das Projekt weitergeführt werden soll. Jetzt ist klar: Sowohl die NASA als auch die ESA lassen es in der geplanten Form hinter sich und planen, bereits gebaute oder entwickelte Komponenten anderweitig zu verwerten.

Die ESA sollte einige Komponenten für das Lunar Gateway beisteuern (Credit: NASA/JSC/ Cory Duke)

Problematisch ist auch, dass das von Thales Alenia Space (Italien) bereits ausgelieferte Teil, das HALO-Modul, zu rosten beginnt (via Ars Technica). HALO steht für „Habitation and Logistics Outpost“. Es wurde im April 2025 an die USA übergeben, wo es seither bei Northrop Grumman lagert.

HALO-Modul nach der Übergabe an die USA, wo es bei Nortrop Grumman lagert (Credit: NASA/Josh Valcarcel)

Die Raumstation sollte sowohl ein Zwischenstopp als auch ein Ort für Forschung werden. So sollten Astronaut:innen darauf leben und forschen können, wie auf der ISS. Statt im Erdorbit sollte die Station aber zwischen Mond und Erde sein. Dort sollen auch Raumschiffe aufgetankt werden können, wodurch es nicht nur eine Brücke zwischen Mond und Erde, sondern auch langfristig zwischen Mars und Erde werden sollte.

Rechenzentren im Weltraum

Datacenter, also Rechenzentren, im Weltraum anzukündigen, ist der neue Trend privater Computer- und Raumfahrtunternehmen, wie SpaceX, Blue Origin, Axiom Space und Google, aber auch die ESA debattiert diese Möglichkeit.

ESA auf der ILA

Die ILA (Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung) findet alle zwei Jahr in Berlin statt. Die Raumfahrt nimmt dort zunehmend mehr Raum ein und der diesjährige ESA-Pavillon stand ganz im Zeichen der Mond-Erkundung.

Dabei könnte auch ein europäischer Mondhafen relevant werden, wie er z.B. von der neuen Firma European Moonport Company geplant wird. Das Unternehmen wurde im Februar 2026 vom im Bremen ansässigen Raumfahrtunternehmen OHB gegründet. Die European Moonport Company sitzt am Flughafen München soll dabei Europas Pläne für Mondinfrastruktur stärken.

Die Artemis Accords

Die Artemis Accords von 2020 sind eine freiwillige Verpflichtung und damit Erweiterung bzw. Bestätigung des Weltraumvertrags von 1960 (?). Darin verpflichten sich die Nationen zu friedlichen Missionen, transparenter Erforschung des Alls und der Objekte, internationaler Zusammenarbeit, so dass Systeme miteinander Kompatibel sind und man sich so im Notfall auch gegenseitig retten kann. Außerdem sollen Forschungsergebnisse öffentlich zugänglich sein und Denkmäler wie etwa Neil Armstrongs Fußabdruck am Mond, geschützt werden. Schließlich halten sie fest, dass es zwar wirtschaftliche Tätigkeit wie Bergbau geben soll, der allerdings verantwortlich und im Sinne des Weltraumvertrags stattfinden soll. Am 17. Juli 2026 wurde Mauritius die 70. Nation, die die Artemis Accords unterzeichnete.

3-Phasen Plan für die NASA Moon Base

Mit einem Budget von 20 Milliarden US-Dollar (17,45 Milliarden Euro) Will die NASA bis 2032 eine permanente Mondbasis errichten.

Phase 1 (jetzt bis 2029): Roboter, Drohnen und autonome Rover erkunden den Südpol, machen geologische Untersuchungen, suchen nach Wassereis und einem geeigneten Ort für das Habitat.

Phase 2 (2029 bis 2032): Aufbau des Habitats, während Astronaut:innen im Pressurized Rover von JAXA und Toyota leben, arbeiten und sich fortbewegen. Das Stromnetz mit Solar- und Atomkraftanlagen und das Kommunikationsnetzwerk werden aufgebaut.

Phase 3 (ab 2032): Die Mondsiedlung soll permanent bewohnt sein.

In drei Phasen will die NASA eine permanente Präsenz auf dem Mond errichten
(Credit: NASA/Edmy S. Cruz Reyes)

Private Raumstationen

In den vergangenen Jahren haben immer mehr private Unternehmen wie Axiom Space Pläne für eine Raumstation vorgelegt, die nach der ISS die Arbeit im Orbit fortführen soll. Doch rein wirtschaftlich rechnet sich das nicht. Sie sind darauf angewiesen, dass staatliche Organisationen wie NASA und ESA eine Grundauslastung stemmen – also ein gewisses Kontingent an Experimenten, die dort stattfinden, damit die Stationen tragbar sind.

Folge 32

Die gesamte Folge zu Österreichs Militärsatelliten gibt es überall, wo es Podcasts gibt, und auf YouTube.